So werden Festgeldzinsen berechnet
Zinsen brutto = P × r × Tage / 365 Zinsen netto = Zinsen brutto × (1 − Steuersatz)
P ist der Anlagebetrag, r der Zinssatz pro Jahr und Tage die Laufzeit. Innerhalb einer Laufzeit gibt es einfache Zinsen: Der Zins wird einmal auf den Anlagebetrag angewendet und bei Fälligkeit ausgezahlt. Gerechnet wird mit einem Jahr von 365 Tagen.
Behält die Bank Steuern ein, erhältst du die Bruttozinsen abzüglich dieses Prozentsatzes. In Deutschland fällt auf Zinsen oberhalb des Sparer-Pauschbetrags Abgeltungsteuer an (25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer). Trage deinen Satz ein oder lass 0 stehen, um das Bruttoergebnis zu sehen.
Ein Zinseszinseffekt entsteht erst durch Wiederanlage: Bei Fälligkeit werden Anlagebetrag und Nettozinsen für eine neue Laufzeit angelegt, sodass auch die Zinsen Zinsen bringen. Die Wiederanlage-Rechnung wiederholt dieselbe Laufzeit zum selben Zins für rund ein Jahr; die effektive Jahresrendite, (1 + Nettozins je Laufzeit)^(365 / Tage) − 1, fasst diesen Effekt in einer Zahl zusammen.
Rechenbeispiel
Legst du 10.000 € für 365 Tage zu 2 % pro Jahr an, erhältst du 10.000 × 0,02 × 365 / 365 = 200,00 € Zinsen brutto. Ohne Steuerabzug hast du bei Fälligkeit 10.200,00 €, etwa 0,55 € pro Tag.
Zum Vergleich die Wiederanlage: Dieselben 10.000 € für 90 Tage zum selben Zins, 4-mal hintereinander angelegt (360 Tage), ergeben 10.198,72 €. Ohne Wiederanlage der Zinsen brächten dieselben 360 Tage 197,26 € – die Wiederanlage bringt 1,46 € mehr.
So liest du das Ergebnis
Die Nettozinsen sind das, was nach Steuern tatsächlich bei Fälligkeit gutgeschrieben wird; der Betrag bei Fälligkeit addiert sie zum Anlagebetrag. Der Nettoertrag pro Tag teilt die Nettozinsen durch die Zahl der Tage und erleichtert den Vergleich unterschiedlich langer Laufzeiten.
Der Nettozins p. a. ist der Bruttozins nach Steuern, ohne Zinseszins. Die Rendite bei Wiederanlage zeigt, was dasselbe Festgeld in einem Jahr brächte, wenn du es immer zum gleichen Zins verlängern könntest – so lässt sich eine kurze Laufzeit fair mit einem Jahresfestgeld vergleichen.
Kurze Laufzeiten erlauben eine frühere Wiederanlage, doch die Zinsen für verschiedene Laufzeiten unterscheiden sich, und der Zins bei Verlängerung kann steigen oder fallen. Vergleiche vor der Entscheidung die tatsächlichen Angebote je Laufzeit und halte das Nettoergebnis gegen die Inflation.
Annahmen und Grenzen
- Innerhalb einer Laufzeit gibt es einfache Zinsen auf Basis von 365 Tagen; manche Banken rechnen mit 360 Tagen oder schreiben Zinsen jährlich gut.
- In der Wiederanlage-Rechnung gilt für jede Laufzeit derselbe Zins; tatsächlich ändern sich die Konditionen mit dem Markt.
- Steuern werden mit dem eingegebenen Einheitssatz berechnet; Freibeträge wie der Sparer-Pauschbetrag bleiben unberücksichtigt.
- Einlagensicherung, Regeln zur vorzeitigen Verfügung und Gebühren werden nicht betrachtet.
- Die Ergebnisse sind Schätzungen, kein Bankangebot.
Häufige Fragen
Wie berechnet man Festgeldzinsen?
Anlagebetrag × Zinssatz × Laufzeit in Tagen ÷ 365. Beispiel: 10.000 € zu 2 % für 90 Tage bringen 10.000 × 0,02 × 90 ÷ 365 = 49,32 € Zinsen vor Steuern.
Wie viel Zinsen bringen 10.000 € Festgeld in einem Jahr?
Bei 2 % pro Jahr sind es 200 € vor Steuern, bei 3 % 300 €. Liegen deine Kapitalerträge über dem Sparer-Pauschbetrag, wird darauf Abgeltungsteuer fällig.
Gibt es beim Festgeld Zinseszins?
Innerhalb einer Laufzeit nicht: Die Zinsen werden einmal, bei Fälligkeit, auf den Anlagebetrag gezahlt. Zinseszins entsteht erst, wenn du Anlagebetrag und Zinsen in eine neue Laufzeit übernimmst. Bei mehrjährigem Festgeld werden Zinsen meist jährlich gutgeschrieben – je nach Angebot ausgezahlt oder mitverzinst.
Was ist der Unterschied zwischen Zinssatz und Rendite?
Der Zinssatz bestimmt die Zinsen je Laufzeit. Die effektive Rendite berücksichtigt zusätzlich, dass Zinsen wieder angelegt werden, und ist deshalb gleich hoch oder etwas höher. Ein 90-Tage-Festgeld zu 4 %, das ein Jahr lang verlängert wird, entspricht einer Rendite von rund 4,06 % pro Jahr.