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Was ist ein ETF? Funktionsweise, Kosten und Risiken erklärt

Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Wertpapierkorb hält – meist einen Index abbildet – und wie eine Aktie an der Börse gehandelt wird.

Was ein ETF ist

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein Investmentfonds, dessen Anteile an der Börse notiert sind. Jeder Anteil steht für ein Stück eines Portfolios – die 500 Unternehmen des S&P 500, einen Korb Staatsanleihen, physisches Gold oder eine einzelne Branche wie Technologie. Anders als ein klassischer Fonds, der einmal täglich zum festgestellten Preis gekauft oder zurückgegeben wird, lässt sich ein ETF während der gesamten Handelszeit zum Marktpreis handeln.

Die meisten ETFs sind passiv: Statt den Markt schlagen zu wollen, bilden sie einen Index möglichst genau und günstig nach. Deshalb sind sie für viele zum Grundbaustein eines langfristigen Depots und des ETF-Sparplans geworden.

So funktioniert ein ETF

Der Börsenkurs eines ETF bleibt durch einen Ausgabe- und Rücknahmemechanismus nahe am Wert seiner Bestände; abgewickelt wird er von großen Handelshäusern, den Authorised Participants. Zwei Kennzahlen fassen Kosten und Genauigkeit zusammen:

Jährliche Kosten   = Anlagebetrag × laufende Kosten (TER)
Tracking-Differenz = ETF-Rendite − Indexrendite

Notiert der ETF über dem Wert seiner Bestände (dem Nettoinventarwert), schaffen die Händler neue Anteile und verkaufen sie; notiert er darunter, geben sie Anteile zurück – der Kurs rückt wieder in die Spur. Manche ETFs halten die Indexwerte tatsächlich (physische Replikation), andere liefern die Indexrendite über Swaps (synthetische Replikation). Zudem gibt es ausschüttende ETFs und thesaurierende, die Erträge automatisch wieder anlegen.

Kosten – ein Rechenbeispiel

Die laufenden Kosten breiter Index-ETFs liegen oft deutlich unter 0,5 % pro Jahr, während viele aktiv gemanagte Fonds 1 % oder mehr verlangen. Der Unterschied wirkt über den Zinseszins. Lege 10.000 € für 30 Jahre bei 7 % Bruttorendite pro Jahr an: Mit 0,2 % Kosten landest du bei etwa 72.000 €, mit 1 % bei etwa 57.400 € – rund 14.500 € weniger bei gleicher Marktrendite.

Achte außerdem auf die Geld-Brief-Spanne an der Börse, die bei großen, beliebten ETFs eng und bei Nischenprodukten weiter ist.

Risiken und typische Fehler

Die ETF-Hülle macht den Inhalt nicht sicher: Ein Technologie-ETF fällt mit Technologieaktien, und ein Länder-ETF trägt das Währungs- und politische Risiko dieses Landes. Gehebelte und inverse ETFs setzen ihr Exposure täglich neu; über längere Zeiträume kann ihre Rendite deshalb weit vom Zwei- oder Dreifachen des Index abweichen. Sie sind für kurzfristiges Trading gebaut, nicht zum Liegenlassen.

Ein weiterer Fehler ist es, mehrere ETFs zu halten, die weitgehend dieselben Aktien enthalten – das erhöht die Kosten, ohne die Streuung zu verbessern. Prüfe vor dem Kauf Inhalt, Kosten und Tracking-Differenz.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen ETF und klassischem Fonds?

Beide bündeln das Geld vieler Anleger. Ein ETF wird den ganzen Tag an der Börse zum Marktpreis gehandelt, bildet meist einen Index ab und ist in der Regel günstiger; ein klassischer Fonds wird einmal täglich zum festgestellten Preis über die Fondsgesellschaft gehandelt und häufiger aktiv gemanagt.

Sind ETFs sicher?

Ein ETF ist eine Struktur, keine Garantie. Ein breiter, gestreuter Index-ETF verteilt das Risiko weit, schwankt aber trotzdem mit dem Markt. Eng gefasste, gehebelte oder inverse ETFs können sehr riskant sein.

Was bedeutet TER?

Die Total Expense Ratio sind die laufenden jährlichen Kosten in Prozent des Anlagebetrags, die der Fonds zur Deckung seiner Ausgaben einbehält. 0,2 % TER kosten bei 10.000 € Anlage 20 € im Jahr – abgezogen vom Fondsvermögen, nicht separat in Rechnung gestellt.

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