Fundamentalanalyse

Marktkapitalisierung: Bedeutung und Berechnung einfach erklärt

Die Marktkapitalisierung ist der Börsenwert aller Aktien eines Unternehmens – Aktienkurs × Zahl der Aktien. Bei Kryptowährungen: Kurs × Umlaufmenge.

Was die Marktkapitalisierung bedeutet

Die Marktkapitalisierung, auch Börsenwert genannt, gibt an, was die Börse dem Eigenkapital eines Unternehmens gerade beimisst: Aktienkurs mal Zahl der ausstehenden Aktien. Sie ändert sich mit jeder Kursbewegung. Anleger vergleichen damit Unternehmen nach Größe, denn der Aktienkurs allein sagt nichts – eine 500-€-Aktie kann zu einem kleineren Unternehmen gehören als eine 20-€-Aktie.

Unternehmen werden oft nach Größe eingeteilt. Gängige US-Konventionen sind grob: Large Caps über 10 Mrd. US-Dollar (Mega Caps über 200 Mrd.), Mid Caps zwischen 2 und 10 Mrd. und Small Caps zwischen etwa 300 Mio. und 2 Mrd. US-Dollar. Die Grenzen variieren je nach Indexanbieter und Land; in Deutschland bilden etwa DAX, MDAX und SDAX ähnliche Größenklassen ab.

So wird sie berechnet

Für ein börsennotiertes Unternehmen und für eine Kryptowährung:

Marktkapitalisierung (Aktie)  = Kurs × ausstehende Aktien
Marktkapitalisierung (Krypto) = Kurs × Umlaufmenge
Voll verwässerter Wert        = Kurs × maximale Menge

Ein Unternehmen mit 1 Mrd. Aktien zu je 50 € ist an der Börse 50 Mrd. € wert; steigt der Kurs um 10 % auf 55 €, wächst die Marktkapitalisierung auf 55 Mrd. €. Indexanbieter nutzen meist die Streubesitz-Marktkapitalisierung (Free Float), die nur frei handelbare Aktien zählt und etwa große Pakete von Gründern oder dem Staat ausklammert.

So nutzt du sie – und der verwässerte Wert bei Krypto

Die Marktkapitalisierung hilft, Größe und Risiko einzuschätzen. Große Unternehmen sind meist liquider und schwanken weniger; kleine können schneller wachsen, schwanken aber stärker und sind teils schwerer zu handeln. Sie bestimmt zudem die Indexgewichte: In einem nach Marktkapitalisierung gewichteten Index wie dem S&P 500 oder dem DAX bewegen die größten Werte den Index am stärksten.

Bei Krypto lohnt der Vergleich mit dem voll verwässerten Wert (FDV). Ein Token mit 100 Mio. umlaufenden Einheiten zu 2 US-Dollar kommt auf 200 Mio. US-Dollar Marktkapitalisierung. Liegt die maximale Menge bei 1 Mrd. Einheiten, beträgt der FDV 2 Mrd. US-Dollar – das Zehnfache. Das zeigt, dass viel künftiges Angebot auf den Kurs drücken könnte, sobald es freigegeben wird.

Grenzen und typische Fehler

Die Marktkapitalisierung ist nicht die Summe des investierten Geldes und lässt sich auch nicht unbedingt zu diesem Wert zu Geld machen. Sie wendet den letzten Kurs auf alle Aktien an; bei marktengen Aktien oder kleinen Tokens können schon kleine Käufe sie aufblähen, und der Versuch, ein großes Paket zu verkaufen, würde den Kurs drücken.

Außerdem ignoriert sie Schulden. Zwei Unternehmen mit gleicher Marktkapitalisierung können sehr unterschiedliche Bilanzen haben; für den Vergleich von Unternehmen ist der Unternehmenswert (Marktkapitalisierung + Schulden − Barmittel) besser geeignet. Und Größe ist keine Bewertung: Ein Billionen-Konzern kann günstig und ein 100-Millionen-Unternehmen teuer sein – dafür braucht es Kennzahlen wie das KGV.

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Marktkapitalisierung?

Man multipliziert den aktuellen Aktienkurs mit der Zahl der ausstehenden Aktien. Bei einer Kryptowährung multipliziert man den Kurs mit der umlaufenden Menge.

Ist eine höhere Marktkapitalisierung besser?

Nicht an sich. Eine große Marktkapitalisierung steht meist für ein etablierteres, liquideres Unternehmen, sagt aber nichts darüber, ob die Aktie fair bewertet ist oder wie sie sich künftig entwickelt.

Was ist der Unterschied zwischen Marktkapitalisierung und Unternehmenswert?

Die Marktkapitalisierung bewertet nur die Aktien. Der Unternehmenswert (Enterprise Value) addiert die Schulden und zieht die Barmittel ab – er zeigt vollständiger, was der Kauf des ganzen Unternehmens kosten würde.

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